Vier Tage im Paradies
Mai 3rd, 2012 by AchimIch weiß gar nicht, mit welchen Worten ich meinen Artikel beginnen soll.
Von Samstag an war ich mit zwei Freunden bis heute (Dienstag) an einem Fleckchen Erde, dass mich magisch anzieht. Zum zweiten Mal nach Ostern 2011 habe ich nun an diesem unglaublichen Spot fischen dürfen.
Samstag Mittag haben wir uns auf den Weg ins Südbayerische gemacht um vier Tage am Wasser zu verbringen und gezielt auf Karpfen zu angeln. Das traumhafte Wetter an diesem Wochenende entschädigt für das saukalte Osterwochenende am Kanal. Gegen 16:00 Uhr hatten wir unsere gesamte Ausrüstung zum Platz gebracht und aufgebaut. Danach brachten wir die Köder ins Wasser und haben unsere Plätze gefüttert.
Das Gewässer selbst stellt die ein oder andere Herausforderung dar, und ist praktisch nur im März oder April befischbar, denn danach wächst es vollständig zu. Sowohl im Wasser, als auch am Ufer. Wir haben zwei relativ gut zugängliche Stellen gefunden und dort das Camp aufgeschlagen. Max hatte die “gefährlichste” Stelle, da unmittelbar neben seiner Rute ein Baum umgestürzt war, der den halben Altarm überspannt hat. Die Pods von Patrick und mir standen unmittelbar nebeneinander.
Bereits an diesem Abend habe ich den Blick aus dem Zelt schweifen lassen, der Mond war enorm hell so dass ich praktisch keine Kopflampe gebraucht habe, und gedacht “ich will hier nie wieder weg”.
Die erste Nacht brachte allerdings keine Bisse, was an diesem Gewässer äußerst untypisch ist.
Beim Angeln bin ich Frühaufsteher und so war ich bereits um 06:00 Uhr am nächsten Morgen wach um meine Ruten neu zu beködern und auszubringen. Anschließend konnte ich einige wundervolle Fotos schießen, welche zum Teil auch in diesem Artikel vorkommen. Der Gedanke “ich will hier nie wieder weg” brannte sich tiefer und tiefer in meinen Kopf.
Der Sonntag begann mit einem ausgiebigen Frühschoppen, Fischaktivität hatten wir zu dem Zeitpunkt immer noch nicht. Das änderte sich allerdings schlagartig um halb sieben Abends, als Patrick gerade am Kochen war. Der Biss kam richtig heftig und verdient die Bezeichnung “Vollrun”. Als ich die Rute aufgenommen hatte, versuchte der Karpfen sofort in die Seerosen zu flüchten, was ich nur mit Mühe und Not sowie viel Gegendruck verhindern konnte. Einen harten Drill und drei Minuten später stand ich fluchend und verärgert neben meinem Rod Pod, denn nicht ein Mal mehr einen Meter vor dem Kescher habe ich den Fisch verloren. Gesehen haben wir nur einen kleinen Teil der Schwanzflosse, die hat allerdings deutlich gezeigt, dass es kein kleiner Fisch war.
Der Run motivierte uns allerdings bis in die Haarspitzen, denn jetzt waren die Fische auf den Futterplätzen angekommen. Alles neu macht der Angler und so haben wir bei Einbruch der Dämmerung noch ein Mal Futter verteilt und uns in die Zelte zurückgezogen. Max konnte kurz nach Einbruch der Dunkelheit eine große Brasse mit vollem Laichausschlag fangen. Bereits um elf lief meine Rute erneut ab, und ein seitlich gehakter, 9 Pfund schwerer Wildkarpfen war das Resultat. Angefühlt hatte sich der Fisch eher wie 20+. In dieser Nacht habe ich noch zwei weitere Karpfen wegen der Seerosen verloren.
Bei Patrick und Max gab es noch immer keinen Run.
In der früh wurde Patrick durch einzelne Piepser geweckt und konnte zusehen wie sein Swinger im Zeitlupentempo nach oben geklettert war. Anschlag, Fisch sitzt! Dass er da gerade einen 19 Pfund schweren Spiegler drillt, hatte ich erst nicht glauben können, da der Fisch praktisch keine Gegenwehr geliefert hatte. Max hat sich in der Zwischenzeit zum Haus- und Hoffotografen entwickelt.
Am Nachmittag legte mein Bissanzeiger erneut los. Die Erfahrungen der letzten Nacht hatten mich gelehrt, die Bremse zu schließen und stur gegenzuhalten wenn der Fisch abtauchen will. Der Erfolg gab mir Recht und ich hatte einen wunderschönen 14 Pfund schweren Spiegler gefangen. Am Abend hat Max dann die Taktik geändert, und die Ruten auf zwei verschiedenen Plätzen abgelegt um endlich den ersehnten Erfolg zu bekommen. Leider wurde er für seine Mühe nicht belohnt.
Der Blick den ich auch in dieser Nacht aus dem Zelt hatte brannte diesen einen Gedanken immer tiefer in meinen Kopf. Leider war der kommende Tag bereits der Tag der Abreise. Der Dienstagmorgen begann etwas stürmisch, so dass ich mich entschlossen hatte nicht aus dem Zelt zu gehen. Eine gute Entscheidung. Um 09:30 Uhr lief meine Rute zum letzten Mal ab, dieses Mal war es der Köder, den ich direkt im Seerosen-Feld ausgelegt hatte. Bis ich den Fisch da raus hatte, war mir nicht klar, ob er hängt oder nicht. Keine vier Minuten später lag ein schöner 16Pfünder in der Abhakmatte.
Jetzt sitze ich wieder vor meinem Notebook, schreibe diesen Artikel und wähle die Bilder aus. Und eigentlich will ich so schnell wie möglich wieder an dieses Gewässer. Max, Patrick: Das war ein klasse Wochenende!






































