Nicht immer die Größten machen die größte Freude

Nicht immer sind die größten Fische auch die Fische, die uns als Anglern am längsten im Gedächtnis bleiben, sondern manchmal sind es die, zu denen man etwas Besonderes erlebt hat oder auch einfach ein besonders schöner.

Am vergangenen Wochenende war MAD-Teamkollege Marco Beck aus Ludwigshafen zu Besuch um drei Tage mit mir und Manuel an meinem Hausgewässer zu angeln. Für mich ist es immer ein Highlight mit Marco zu angeln, da wir uns im Jahr höchstens zwei oder drei Mal sehen. Außerdem habe ich auf den vergangenen Trips mit ihm zwei Mal meinen PB nach oben geschraubt. Dieses Mal war Marco also das erste Mal bei mir zu Besuch. Um so viel Zeit wie möglich zu haben, sind wir bereits Donnerstagabend angereist um Futter und somit auch Fische auf unsere Plätze zu bekommen, und haben uns anschließend erst Mal zusammengesetzt und gegrillt sowie ein Paar kalte Bier genossen. Punkt Mitternacht platzierten wir die Ruten und bereits 1,5 Stunden später lag der erste Schuppi vor uns. Einen echten Ausnahme-Fisch konnte Manuel in der Nacht landen, einen bildhübschen Zeiler der sogar über einen Teil seines Körpers eine Doppelzeile hat. Eins vornweg, wir haben so viel gefangen, dass ich hier nicht mehr näher auf einzelne Fische eingehe.

Die Nacht endete jedenfalls ziemlich früh, was uns zu einem gemütlichen Kaffee kurz nach Sonnenaufgang geführt hat. Manuel hat sich am Vormittag auf den Weg zum Supermarkt gemacht um Frühstück und die letzten Zutaten für das eigentliche Tageshighlight zu holen. Während Manuel also unterwegs war konnte ich den ersten größeren Fisch des Trips landen, einen Schuppi mit geschätzten 11 Kilo. Die Außentemperatur stieg mittlerweile auf Ende 20 Grad an, so dass ich meine Fische nur noch vom Wasser aus gedrillt hatte. Die Wassertemperatur beträgt im See derzeit auch Temperaturen von weit über 20 Grad, also eine echte Badewanne.

Gegen 11:00 war Manuel zurück und begann damit den Grill zu befeuern, die nächsten Stunden lagen BBQ Spareribs im Smoker und durften vor sich hingaren – das Resultat war einfach nur unbeschreiblich gut. Ich bin ja eh kein Freund vom ständigen Dosenfutter beim Karpfenangeln, die Ribs waren da definitiv mit das Geilste was ich bisher beim Angeln gegessen habe.

Unterbrochen wurden immer wieder von den nimmermüden Karpfen die beständig die Futterplätze geplündert hatten. Nach den vergangenen Wochen mit Sahara-Hitze und immer wieder Temperaturen nahe der 40 Grad-Marke war für das Wochenende der große Wetterwechsel angesagt, bereits am Abend kam das erste heftige Hitzegewitter, so dass wir bei einer Runde Freiheit für Kuba bereits um 19:00 Uhr im MAD Space Dome Platz genommen hatten während der Himmel über uns seine Pforten öffnete. In den kurzen Pausen gelangen Marco sagenhafte Aufnahmen der Blitze die sich rings um uns herum in einigen Kilometern Entfernung entluden. Kurz nach Mitternacht meldete sich Manuels Bissanzeiger und ein unglaublich kampfstarker Fisch bescherte ihm den Drill seines Lebens. Im strömenden Regen konnte der Fisch immer wieder viel Schnur nehmen, und den Kampf am Ende doch für sich entscheiden. Fluchend und nass bis auf die Knochen stand Manuel im Regen, aber auch das gehört zum Angeln. Das Gewitter haben wir gut überstanden und konnten die Nacht sogar weitestgehend durchschlafen, bis kurz nach sieben ein Schuppenkarpfen mit nahezu einmaligen Schuppen meinen beiden 15er GLMs nicht widerstehen konnte.

Manu wurde für seine Mühen in der Nacht kurze Zeit später mit deinem 12 Kilo Spiegler belohnt musste jedoch leider gegen Mittag schon die Heimreise antreten. Kurz vorher konnte ich jedoch mein persönliches Highlight fangen, eine Mischung Zeiler und Fully mit acht Kilo – für mich bislang der schönste Fisch seitdem ich angeln gehe.

Selten hatte ich so weiche Knie und mich so sehr gefreut als ich den Fisch sicher im Kescher hatte.

Über den Nachmittag wurden die Fische langsam größer, wir konnten allerdings schon sehen dass sich im Süden ein großes Gewitter zusammenbraute.

Da wir beide am nächsten Morgen bereits früh zusammenpacken wollten, sind wir relativ früh schlafen gegangen und die Fische hatten doch etwas Mitleid mit uns und haben uns erst am nächsten Morgen wieder aus dem Zelt bestellt. Irgendwann muss ich mir doch noch eine Wegwerf-Ausrüstung kaufen, ich hab jetzt nämlich ein klatschnasses Zelt im Keller stehen 😉

Hoffentlich klappt es dieses Jahr noch Mal mit einem Besuch bei dir Marco!

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