Eine Woche in Österreich – Hippo Days

Anfang Oktober habe ich mich für eine Woche auf den Weg nach Österreich gemacht um dort auf Karpfen zu angeln. Die letzten Jahren waren für mich dort nicht besonders erfolgreich, aber dieses Jahr habe ich mir geschworen, dass alles anders werden sollte. Wieder Mal. Gegen 04:30 Uhr habe ich mich in Nürnberg auf den Weg gemacht, nach viel Stau und gesperrten Straßen war ich um 11:00 endlich da. Vor Ort galt es erst Mal die Lage zu sondieren, und den geeigneten Platz zu suchen. Nach kurzem Austausch mit dem Inhaber war für mich klar, dass ich mein Zelt an der Dammseite aufschlagen werde und von dort in die tiefen Bereiche des Sees zu angeln. Bei eisigem Ostwind hab ich bis 15:00 Uhr alles soweit aufgebaut, dass ich die Ruten auf die Plätze fahren konnte. Die Rigs und Montagen habe ich bereits im Vorfeld vorbereitet. Für die erste Nacht sollten es zwei 16mm Hippos im tiefsten Bereich, zwei GLM und ein 20er Hippo mit einem 15mm Hippo-Popup richten. Für die GLM Boilies habe ich einen Marker ca. 40 Meter vom Angelplatz entfernt mit Tigernüssen und verschieden großen Boilies aufgefüttert. Tigernüsse stellten wie auch das restliche Jahr über mein Beifutter dar. Nachdem alle Ruten sauber lagen, war es Zeit für’s Abendessen und das erste Bayreuther.

Die erste Nacht verlief ohne weitere Aktion, so dass ich gegen halb neun den ersten Kaffee in der Hand hatte. Während ich den Blick über den See schweifen lasse, kann ich beobachten wie die Spitze der Rute die ich im tiefen abgelegt habe sich zu bewegen beginnt, und schon setzt der Receiver ein. Schnell den Kaffee aus der Hand, raus aus dem Zelt und die Rute aufnehmen. Ich kurble die ersten Meter Schnur ein, endlich Gegenwehr. Der Fisch lässt sich spielend zum Ufer drillen und ich vermute eine Brasse oder einen kleinen Karpfen, kurz vor dem Ufer folgt die Explosion und meine Morpheus 3.00lb wird komplett krumm gezogen – definitiv keine Brasse. Nach einer viertel Stunde heftigster Fluchten konnte ich einen schönen Schuppi über den Kescher ziehen – nach knapp 16 Stunden schon der erste Fisch! Schon beim Anheben war ich vorsichtig optimistisch, das Wiege-Ergebnis bestätigt es dann. Stattliche 18.6 Kilo, mein neuer Schuppi-PB!

18.6 Kilo - neuer Schuppi-PB
Die zwei 16er Hippos aus der Reutlinger Köderschmiede Waterworldbaits haben den ersten Fisch des Trips gebracht. So konnte es weitergehen. Tagsüber blies mir nur der kalte Wind um die Nase, so dass ich die meiste Zeit des Tages mit der Nase im Buch im Zelt verbrachte. Immer wieder schweiften meine Gedanken dabei an das Erlebte und ob ich etwas an der Präsentation ändern sollte da nur eine Rute gelaufen ist. Da ich noch sechs Nächte vor mir hatte, ließ ich erst Mal alles so wie in der ersten Nacht.

Es war zwei Uhr als sich der Receiver wieder meldet. Wieder ein Fallbiss auf der Rute im tiefen, mit zwei 16mm Hippos – es war saukalt. Beim Rauslaufen habe ich mir zwei Handgriffe angewöhnt, einer geht zur Kopflampe die an der Stellschraube meiner Liege hängt, der andere greift nach meiner fellgefütterten MAD-Jacke die auf dem Fußteil meiner Liege liegt. Der Fisch auf der anderen Seite kämpfte schon deutlich stärker als der Schuppi vom Vortag. Kurze Zeit später lag ein Schuppi mit etwas über 14 Kilo vor mir auf der Abhakmatte – einfach genial.

14.2 Kilo - so konnte es weitergehen!

14.2 Kilo – so konnte es weitergehen!

Die letzten beiden Jahre ging für mich an diesem Gewässer alles schief – jetzt schon der zweite Fisch. Ich war dennoch froh wieder im Schlafsack zu sein. Alle anderen Ruten blieben über die Nacht still, so dass ich tagsüber neue Spots gewählt habe. In der Zwischenzeit haben wir direkt nach dem Füttern eine Gopro auf den Grund gelassen und wollten unseren Augen nicht trauen. Eine riesige Schule Brassen zog über den Futterplatz und machte sich über die Nüsse her – die Boilies blieben unangetastet. In der Zwischenzeit lagen alle Ruten im Tiefen, jedoch sollten die nächsten zwei Tage und Nächte komplett ruhig verlaufen. Ich vertrieb mir die Zeit mit Lesen und habe tagsüber immer wieder geschaut ob man sieht wo die Fische ziehen. Nach der zweiten Blank-Nacht habe ich zumindest eine Rute neu gelegt, die anderen sollten ihre Plätze behalten, jedoch habe ich die Köder mit zusätzlichen Liquids aufgewertet. Nach 48 Stunde lief in der Nacht endlich wieder was. Natürlich die Hippo-Rute im Tiefen. Ein kleiner Schuppi konnte es sich nicht nehmen lassen. Weitere Fische waren jedoch Fehlanzeige.

Die nächste Nacht war stressiger – aber das lag nicht mitnichten an vielen Bissen, sondern daran, dass ein Schuppi von ca. sechs Kilo direkt in die Baumreihe geschwommen ist und ich mit dem Boot den Fisch befreien musste. Mittlerweile hatte es dazu noch angefangen zu regnen, ein Zustand der zwei Tage und Nächte anhalten sollte. Die Nächte waren zunehmend unruhig weil ich eine Maus im Zelt hatte, die zu allem Überfluss auch noch auf dem Schlafsack rumgelaufen ist. Mir blieb noch eine Nacht übrig. Von Manuel von Waterworld gab’s zu den Hippos noch eine Dose Garlic-Dumbles, welche ich mit einem 20er Hippo kombiniert auf einen Platz gefahren hatte, auf dem ich mehrmals Täglich Fische springen sehen konnte. Die anderen beiden Ruten blieben auf den Plätzen, welche vorher bereits die vier Fische gebracht hatten. Zu meiner Enttäuschung verlief die Nacht wieder ohne Aktion, so dass ich mir vor dem Abbau noch einen Kaffee gemacht habe und bereits erste Gegenstände zurück ins Auto gebracht habe. Während ebendieser Aktion lief die Rute mit dem roten Dumble; der erste richtige Vollrun. Etwas ungläubig aber glücklich konnte ich zum Abschluss noch einen Weiteren Schuppi mit über 13 Kilo landen, welcher den Abschluss des gesamten Ausflug darstellen sollte.

Über 13 Kilo zum Abschluss

Über 13 Kilo zum Abschluss

Nach 48 Stunden Regen war alles klatschnass – da kam noch viel Arbeit auf mich zu, die Vorfreude auf eine Rasur und eine heiße Dusche machte das jedoch wett. Die Woche mit fünf Fischen war zeitweise etwas zäh, die Freude über den neuen PB überwiegt jedoch. Eindrucksvoll war die Performance der Hippos in dieser Woche, kein anderer Boilie hat auch nur einen Fisch gefangen.

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