Sommerurlaub – Teil2 – Katlov (CZ)

Nach der ersten Urlaubswoche in Österreich haben wir am Sonntag Vormittag die Autos beladen und sind vom See aus direkt nach Tschechien an den Katlov weitergefahren. Vom See aus sind das ca. 140 Kilometer, also nicht weiter wild, würde nicht die gesamte Strecke bis auf acht Kilometer Ausnahme, ausschließlich über Landstraßen führen. So dauert das Gegurke tatsächlich 2,5 Stunden – und ich muss es immer wieder erwähnen, was in Tschechien als Straßen bezeichnet wird, ist zeitweise wirklich abenteuerlich.

Anyway, pünktlich um 12:30 Standen wir auf dem Parkplatz am See und machten uns ein Bild von der Lage. Gebucht hatten wir die Plätze 10 und 11 im tiefen Bereich des Sees.

Katlov Angelplätze

Nach einer kurzen Besprechung mit den Verantwortlichen vor Ort war um kurz nach zwei bereits alles fertig aufgebaut und die Marker verteilt. Da wir mit drei Ruten fischen konnten, habe ich mich dafür entschieden eine Rute an die Insel zu legen, eine ans Krautfeld und eine ins Freiwasser. Initial habe ich auf allen Plätzen großflächig ca. fünf Kilo Tigernüsse verteilt und je ca. zwei Kilo Boilies. Als ich angelegt hatte gab es für mich kein Halten mehr und ich wollte endlich Duschen; nach einer Woche ausschließlich im See baden eine echte Wohltat. Leider fehlte ein Spiegel, so dass ich mich vor dem Außenspiegel meines Auto rasieren musste. Zurück am Platz fühlte ich mich wie neu geboren und platzierte meine Ruten. Zwei Ruten habe ich aufgepoppt, eine mit zwei 16mm Hippos als sinker platziert. Pünktlich zum Spiel unserer Jungs gegen die Slowakei kamen Christian und Max vom Nachbarsteg. Noch während Max seine Ruten legte fiel das 1:0.

Müde versuchte ich gegen halb zehn zu schlafen, was jedoch nur bedingt funktionierte. Immer wieder stellte ich mir die Frage „schläfst du eigentlich“? und als ich endlich für gefühlte zehn Minuten eingeschlafen war, meldete sich mein Receiver. Die Rute an der Insel war die erste die Kontakt vermeldet hat. Ohne Gegenwehr konnte ich den Fisch ans Ufer drillen, was mich stark wunderte, denn im Katlov gibt’s keine Brassen. Am Ufer konnte ich feststellen, dass ich einen „K1“ gelandet habe, also einen einsömmrigen Karpfen. Die Burschen haben innerhalb eines Jahres eine Größe von ca. 25 cm erreicht, was ich bemerkenswert finde. Andererseits gibt es im See genug natürliche Nahrung. Ich habe die Rute neu gelegt und wollte mich so gleich wieder ablegen, als die Hippo-Rute am Rande des Krautfeld voll durch gerannt ist. Definitiv kein K1. Es kübelte wie aus Eimern, eigentlich genau wie eine Woche vorher.

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Ein Schuppi mit 13.9 Kilo konnte den beiden kleinen Boilies nicht widerstehen und fand so als zweiter Fisch den Weg in die Maschen. Bemerkenswert ist eine Missbildung an den Augen des Fisches, so dass er einen beinahe verstörenden Gesichtsausdruck erhält, der den Fisch auf dem Foto wie tot erscheinen lässt. Es war mittlerweile halb zwei in der Früh. Erneut bestieg ich das Boot um die Rute mit einem weiteren Kilo Futter zu platzieren. Zurück am Ufer war ich froh wieder im Schlafsack zu liegen, konnte jedoch erneut nicht schlafen. Zu viel Adrenalin im Blut und viele Gedanken hielten mich wach – auch nicht ganz doof, denn genau 50 Minuten nach dem erneuten Auslegen der Köder rannte die Rute erneut ab. Ein weiterer langgezogener Schuppi von 12.5 Kilo fand so den Weg in die Abhakmatte.

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An dieser Stelle sollte erwähnt sein, dass die Fische dieser Größenordnung im Jahr vorher mit ca. neun – zehn Kilo gesetzt worden sind und innerhalb des ersten Jahres eine Steigerung von über zwei – drei Kilo erzielt haben. Ein Indiz für das großzügige Nahrungsangebot, dass natürlich auch durch die Angler unterstützt wird. Die Fische sind vom Ablaichen noch relativ markant gezeichnet, man kann jedoch auch feststellen, dass einige Angler wohl nicht so viel Wert auf die pflegliche Behandlung der Karpfen legen.

Der Regen wurde nicht weniger und so musste ich erst Mal das Boot ausschöpfen bevor ich die nächste Ausfahrt in Angriff nehmen konnte. Es war jetzt kurz nach drei Uhr früh. Als ich angelegt hatte ging bereits die Sonne auf. Ich war etwas verwundert, beim Blick auf die Landkarte ist das jedoch logisch – wir sind eben doch knapp 400 Kilometer weiter östlich als zuhause. Während beim Fußball in Frankreich noch die Sonne unterging saßen wir schon im Dunklen, dafür wird es hier eben früher hell. Klingt komisch, ist aber so 😉

Ich schlief endlich ein und war auch nicht mehr wirklich fit, die Fische bekamen jedoch nicht genug Boilies in den Hals. Um halb sechs klingelte mich die Funkbox schon wieder aus dem Zelt, der vierte Lauf seit 23:30. Patrick tat mir schon etwas leid, weil er jedes Mal mit aufgestanden ist, selbst jedoch nur einen Run hatte. Der Fisch auf der anderen Seite war der dritte Schuppi und brachte es auf 13.2 Kilo – ein enorm launiges Exemplar der mich von oben bis unten komplett nass gemacht hatte.

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Einschlafen war endgültig kein Problem mehr, es reichte jedoch wieder nur für ein kurzes Nickerchen, denn der nächste K1 wollte sich die Keschermaschen von innen anschauen. Die Jungs vom See bitten übrigens die Angler die K1-Fische aufzuheben, diese werden dann abgeholt und kommen in einen separaten Zuchtteich und finden einige Jahre und Kilos später den Weg zurück in den See. Die erste Nacht war also vergangen und ich konnte fünf Fische landen – keine schlechte Bilanz.

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Die Tage sind auch am Katlov zusehends ruhiger, so dass wir bis zum späten Nachmittag keine Aktion mehr verbuchen konnten. Als ich am Abend meine Ruten für die Nacht mit neuen Ködern versehen hatte, konnte ich beobachten wie Max am Steg nebenan den ersten Fisch verhaften konnte. Ein Spiegler mit etwas mehr als 13 Kilo stellte den ersten Fisch auf dem Nachbarplatz dar. Für den Abend haben wir uns mit frischem Grillfleisch versorgen lassen, dass uns einer der Angestellten des Sees direkt an den Angelplatz geliefert hatte. Die Mischung aus marinierten Hähnchen-Stücken wurde auf Tschechisch mit „Flamengo-Irgendwas“ angeben, was mich köstlich amüsierte. Allein die Vorstellung, dass dort ein gefalteter Flamingo in der Verpackung liegen könnte, hatte sowas von 9Gag.

Die kommende Nacht brachte mir drei weitere Fische. Zwei Schuppis mit zehn und elf Kilo die ich nicht mehr fotografiert habe, sowie einen weiteren K1. Bei Max und Christian schien es auch endlich zu laufen, beide konnten gute Fische bis 14 Kilo landen. Das Wetter war auch wieder deutlich besser, so dass ich den letzten Tag nutzen konnte um noch Mal richtig Sonne zu tanken, während die Jungs sich die Zeit beim Risiko spielen vertrieben. Patrick und ich traten am nächsten Tag die Rückreise an, nach 1.5 Wochen nur Angeln musste ich mir eingestehen, dass ich mich auf mein eigenes Bett freute – und auch darauf wieder einige Stunden allein zu sein. Den letzten Abend genossen wir bei einigen kühlen Gösser und einer weiteren Flamengo-Platte.

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Geärgert haben wir uns über die uns gegenüber sitzenden Tschechen, die bis Dato erfolglos blieben und ihre Marker bis auf zwei Meter an unsere heranrückten. Beim Ablegen der Ruten ließen Max und ich uns über das Krautfeld treiben und es wurde offensichtlich, wo sich die Fische aufhielten. Das Krautfeld kochte – da unten standen locker 20 Fische und das war auch der Grund warum beinahe ausschließlich die beiden Ruten abliefen, die am Rande dieses Feldes lagen. Futter bei die Fische und die letzte Nacht konnte kommen. Wider erwarten lief aber zuerst die Freiwasser-Rute. Zwei 16mm Frenchstar Boilies brachten einen Schuppi von 12 Kilo an die Oberfläche, generell liefen die Bodenköder hier besser als die, die ich mit Popups versehen hatte. Ein weiterer zehn Kilo sowie ein K1 stellten für mich den Abschluss dar. Da ich fahren musste, beließ ich die Ruten ab vier Uhr draußen, den Abschluss markierte jedoch Patrick mit einer schönen Schleie von ca. drei Kilo.

Gegen halb zwei waren wir zurück in der Heimat und ich konnte das Auto bereits für die nächste Highlight, dem MAD-Teamtreffen dass am Wochenende bei Marco stattfand beladen. Mehr dazu hier in Kürze.

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