Wie man mit Grundeln beim Boilieangeln fertig wird

Seit diesem Jahr ist bei mir am Main-Donau-Kanal das Nachtangeln aufgehoben und ich verbringe viel Zeit aufgrund der neuen Möglichkeiten am Wasser. Dabei werde ich mit einem Problem konfrontiert, dass ich bisher nur vom Nachtangeln am Hafen kannte: Grundeln. Grundeln die meine Boilies abnagen. Der Main-Donau-Kanal ist seit 1992 durchgehend als Verbindung von der Nordsee (über den Rhein, Main, Main-Donau-Kanal und die Donau) zum Schwarzen Meer befahrbar. Seither hat sich über die Ballasttanks der Schiffe und über den durchgehenden Wasserweg die marmorierte und Schwarzmundgrundel aus dem Donau-Delta in den Westeuropäischen Gewässern seuchenartig ausgebreitet und stellt mittlerweile zahlenmäßig die am stärksten vertretene Fischart im Kanal dar. Nachden Katzenwelsen sind Grundeln ein weiteres abschreckendes Beispiel dafür, was passiert wenn man eine nicht heimische Art in ein Ökosystem einschleppt, das nicht dafür ausgelegt ist.

Was zuerst die Angler getroffen hat, die überwiegend mit Würmern und Maden angeln, hat die Karpfenangler erst etwas später getroffen – dafür mittlerweile aber mit voller Wucht. Bereits nach einigen Stunden im Wasser ist von den Boilies im worst-case nicht mehr viel übrig, dafür schläft man die Nacht friedlich durch, was den meisten Karpfenanglern jedoch nicht wirklich recht ist. Viel gravierender ist, dass die Grundeln am Gewässergrund regelrecht darauf warten, dass der Angler Futter ausbringt. Gerade wenn man sich einen Futterplatz anlegt, hat man so zuerst jede Menge des Neozoon als erstes auf dem Platz. Mit etwas Glück bleibt noch Futter für die Karpfen über, die in der Regel später am Futterplatz eintreffen.

Wie gehe ich nun also mit der Situation um? Die Grundeln sind zu klein um die Boilies auf ein Mal zu fressen, doch selbst wenn sie das schaffen würden, wäre es eher unwahrscheinlich, dass sie es dann noch schaffen, ein 140g Blei zu bewegen. Genau aus dem eben genannten Grund hängen die Biester an den Boilies und nutzen ihre Minizähne um die selben damit zu bearbeiten und abzufressen. Schon nach kurzer Zeit sieht der Boilie so aus:

Dass kurze Zeit später wohl keine Murmel mehr für die Karpfen übrig ist, dürfte einleuchten. Zwergwelse machen in der gleichen Zeit relativ ähnlich viel Rabbatz, die bleiben aber aufgrund der großen Mäuler hin und wieder hängen. Die Ideen, die bei Gewässern angewendet werden, in denen ein hoher Bestand an Krebsen oder Zwergwelsen vorkommt, kann man so auch beim Angeln bei hohem Grundel-Vorkommen anwenden. Hierfür habe ich für mich zwei Möglichkeiten als praktikabel identifiziert. Zum einen kann man mit einem löchrigen Schrumpfschlauch einen Boilie „einschrumpfen“, durch die Löcher arbeitet dieser aber weiterhin zuverlässig. Dazu schneidet man den ersten Teil nach dem vierten Loch für 16- und 20mm Boilies ab und hält diese über heißen Wasserdampf.

Mach das wirklich über heißem Dampf, mit dem Feuerzeug wird das bei weitem nicht so akkurat / zuverlässig wie mit heißem Dampf. Nach dem der erste Teil des Schlauches um den Boilie liegt, versiegelt man den Boilie mit einem zweiten Schrumpfschlauch, so dass alle Enden des Boilies geschützt sind.

Die zweite Möglichkeit ist es, MAD Guardian Mesh einzusetzen. Guardian Mesh sieht PVA zum verwechseln ähnlich, hat aber den deutlichen Unterschied, dass es sich unter Wasser nicht auflöst.

pva

Hier einfach je einen Boilie in das Netz packen und an beiden Enden zuknoten und knapp abschneiden. Es gibt das Mesh mit weiten und feinen Maschen, beim Boilieangeln habe ich in der Regel das mit den weiten Maschen im Einsatz, um den Boilie effektiver arbeiten zu lassen. Für mich hat das Guardian Mesh einen entscheidenden Vorteil: Ich brauche keinen Kocher und keinen Kettle (Topf) mitzunehmen. Da ich die meiste Zeit im Jahr unter der Woche angeln bin, nehme ich da nur das Nötigste mit. Durch das MAD Guardian Mesh habe ich mir schon wieder zwei Ausrüstungsteile gespart. Ein weiterer Vorteil gegenüber den eingeschrumpften Boilies ist, dass die Grundeln gar nicht mehr an die Köder kommen

   

Die Bilder kannst du zum Vergrößern anklicken.Was für mich noch viel ausschlaggebender ist, ist der Punkt, dass eine Packung der Schrumpfschläuche im Angelladen schon Mal mit Gut und Gerne sechs Euro zu Buche schlägt, zehn Meter Mesh kosten im Fachhandel hingegen nur 7,79 €. In zehn Metern Guardian Mesh kann man eine Menge Boilies einwickeln…

Zum Vergleich, ein frisch eingeschrumpfter Boilie neben einem, den ich in MAD Guardian Mesh eingewickelt habe.

Ein weiterer praktischer Nebeneffekt ist, dass ich mit dem Mesh auch ganz bequem Maden und Grundfutter als Köder einsetzen kann, selbst wenn hier die kleinen Quälgeister um den Hakenköder rumschwirren. Auch im Frühjahr ein hervorragend akzeptiertes Menü der Karpfen.

Manche Lösungen auf Probleme können echt einfach sein – ich bin jedenfalls begeistert. Probier’s einfach selbst.

Dieser Spiegler konnte meinem C1, den ich vorher in MAD Guardian Mesh eingewickelt habe nicht widerstehen.

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