52 Wochen

Karma, Prüfung, Schicksalsschlag, blamiert bis auf die Knochen…

Wenn ich auf 2016 zurückblicke, muss ich mich schon fragen ob ich was da alles nicht so gelaufen ist, wie es laufen sollte und welche Schlüsse ich für das nächste Jahr daraus ziehen kann. Bereits im Januar wollte ich eigentlich das erste Mal raus, tatsächlich ist es März geworden bis ich das erste Mal im Jahr 2016 angeln war. Und ganz ehrlich? Das war eine Woche zum Vergessen, auch wenn zum Schluss noch der Trost-Karpfen im Kescher lag.

Bevor ich jedoch wirklich ans Wasser gekommen bin, habe ich einen Appell gestartet weniger Einweg-Batterien zu verwenden. Denk mal drüber nach.

Ca. eine Woche nach dem bescheidenen Auftakt war ich wieder im Tschechien um die Dreharbeiten für den Katlov (www.katlov.com) abzuschließen. Dabei konnte ich quasi in letzter Minute auch den 16 Kilo + des Jahres über den Kescher führen.

Alles in allem war ich im April aber nicht wirklich vom Glück verfolgt, so dass ich wirklich sagen muss, dass es nicht so richtig gelaufen ist.

Ich konnte zwar viele Fische landen, jedoch sind von gut und gerne 30 gefangenen Karpfen in der Zeit gerade drei über zehn Kilo gekommen, darunter dieser Fisch, den ich beim ersten Ansitz am Kanal verhaften konnte.

Eine wunderschöne Überraschung gelang Team-Kollege Marco Beck, der einen Bericht über seinen Besuch bei mir im letzten Jahr in Carp and Fun platziert hat, bei dem unter anderem das folgende Video entstanden ist:

Viel Arbeit in der Zeit sowie andere Verantwortung hielten mich etwas von der Angelei ab, jedoch konnte ich über Fronleichnam endlich mit alten Freunden ein unvergessliches Wochenende an einem wunderschönen Baggersee genießen.

Es war Sommer geworden und zu Gast bei Freunden macht es halt doch am meisten Spaß gemeinsam zu Angeln, zu Grillen, zu Lachen und das tollste Hobby der Welt zu genießen. Mit zwei Fischen über 15 Kilo binnen 24 Stunden hat sich das Jahr endlich in die richtige Richtung entwickelt, während mein Sommerurlaub immer näher rückte.

Es war Juni geworden und über die Sommer-Sonnwende hatte ich ausreichend Angeln zu gehen. In einer eher ereignisarmen Woche konnte ich dennoch einen neuen PB aufstellen und diesen Graser mitten in der Nacht in die Kamera halten.

Außer dem Graser lief in der Woche nicht wirklich viel. Temperaturen von konstant um die 33 Grad sowie jede Menge Badegäste schlugen sich äußerst negativ auf den Appetit der Fische aus, dennoch konnte ich mich über diesen Spiegler freuen, der die 17 Kilo-Marke nur knapp verfehlte:

Direkt von Österreich ging es weiter nach Tschechien. Dort warteten 3 weitere Nächte Angeln und ein Wetterwechsel auf mich, welcher in der ersten Nacht bereits fünf Läufe produzierte. Schuppis bis knapp unter die 30 Pfund-Marke verursachten tiefe Augenringe, zu der Zeit im Jahr als unsere Jungs in Frankreich um den EM-Titel kämpften.

Hochgradig süchtig nach Angeln, wie ich bin, gönnte ich mir gerade einen Tag Pause als ich zuhause angekommen war. Gerade genug um alle Akkus zu laden und Wäsche zu waschen, denn ein echtes Highlight dieses Jahr stand auf dem Programm: Unser erstes MAD Deutschland-Teamtreffen.

Grandioser Spaß und ein unvergesslicher Abend mit Jungs beim Fußballspiel gegen Italien, welches unsere Mannschaft für sich entschied. Besonders geil: Im Elfmeterschießen bekommt KM einen Vollrun und der schwerste Fisch des Sees findet den Weg in die Abhakmatte. 22 Kilo und Italien besiegt – Anglerherz, was willst du mehr?

Nach dem Team-Treffen begann meine erste Kanal-Strecke in diesem Jahr. Anfangs noch unschlüssig wo ich eigentlich ansitzen wollte, wechselte ich zu Beginn noch häufig die Plätze, gleich in der ersten Nacht konnte ich dabei diesen leicht verhauten Spiegler zum Landgang überreden.

Die Wochen danach verbrachte ich so oft wie möglich über Nacht Wasser, leider blieben die größeren Fische aus und zusätzlich wurden die Grundeln im Kanal mehr und mehr zum Problem. Später im Jahr kam mir eine Idee wie ich künftig mit Grundeln beim Karpfenangeln fertig werde.

Der Juli verflog, ohne dass ich wirklich große Fische landen konnte. Einzig ein neues Objektiv für die Kamera brachte mir wesentlich mehr Freude beim Fotografieren, mir wurde jedoch immer öfter im Laufe des Jahres bewusst, dass ich eine neue Kamera brauchen würde.

Es war August geworden und mich zog es wieder an mein Hausgewässer. Nach Wochen nur Stahl, Beton und seltsamen Menschen mitten in der Stadt wollte ich endlich wieder am Baggersee fischen.

Jede Menge Runs und unzählige Fische machten das Wochenende mit Judith perfekt, und kurz nachdem wir ihren ersten 15 Kilo+ abgelichtet hatten, konnte ich auch noch diesen Fisch über den Kescher führen.

Nachdem nicht nur die Fische im Jahr fast ausschließlich relativ klein geblieben sind, klappte es dann auch nicht mehr mit den Fotos.

12 Monate nur Sorgenfalten, nichts um mich daran festzuhalten, ein Jahr Wolkenbruch und Frust, das gibt Haare auf der Brust!

Da es nichts bringt sich über Dinge zu ärgern, die man nicht mehr ändern kann, entschied ich mich die  Fehler zu analysieren und abzustellen, anstatt mich weiter ärgern. Es dauerte bis Ende August ehe ich wieder zu einem längeren Ansitz aufgebrochen bin, dafür gab’s aber einen umso ansehnlicheren Fisch den ich frei nach dem Film „Bang Boom Bang“ auf den Namen „Schlucke“ getauft habe.

Es lief im August also doch langsam in die richtige Richtung, jedoch rannte mir auch irgendwie der Sommer davon. Ein Gefühl, dass ich jedes Jahr auf’s neue hasse „man fühlt den Sommer sterben“.

Dennoch begann nun Ein Herbst am Kanal, denn während der Monate September und Oktober verbrachte ich unglaublich viel Zeit am Wasser.

Die Nächte liefen erfolgreich und ich konnte diverse Fische landen, darunter auch diesen 14 Kilo Spiegler der nach nicht Mal einer Stunde gebissen hatte.

Beinahe jede Nacht konnte ich Fische landen, besonders während der Hitzewelle im September.

Zwischendrin musste auch noch Mal ein weiterer Ausflug an meinen Baggersee sein, ehe ich für die DAM Ende September auf der Fishing Masters Show am Schnackensee war.

Ich war schon nicht zufrieden, und nach weiteren Fehlschlägen mit dem Selbstauslöser meiner Kamera, unter anderem ein Foto von einem echten Beauty das völlig in die Hose gegangen ist, war es nun an der Zeit die Konsequenzen zu ziehen. Dass es an diesem Wochenende noch so richtig dick kommen sollte, war mir gar nicht bewusst.

20.4 Kilo reine Kanalpower rissen mich am 3. Oktober aus dem Schlaf und entschädigten mich für ein verkorkstes Jahr. Zumindest zum Teil. Komischerweise sollte danach auch nicht mehr viel passieren. Meine beruflichen Verpflichtungen sowie die einsetzenden Schonzeit minimierten meine Angelzeit im Oktober. Dennoch reichte es noch für ein äußerst mageres Wochenende am Hafen bei dem ich zumindest meine erste Schleie im Kanal auf Boilies fangen konnte.

Wie bescheiden dieses Jahr, verglichen mit dem Aufwand den ich betrieben habe, tatsächlich gelaufen ist konnte ich beim letzten Ansitz des Jahres noch einmal unterstreichen. Mit MAD-Supporter Jonas, der für das Team Deutschland auf der WCCJ angetreten war, verbrachte ich noch ein abschließendes Wochenende an einem für mich neuen Baggersee. Die für uns interessanten Plätze waren bereits besetzt, so blieb auf gut Glück nur noch ein Platz im Nirgendwo. Und um MEIN Jahr eben stilecht zu beenden blieb wie bei der ersten Session zum Schluss der Kescher noch Mal trocken.

…. doch auch das schlimmste Jahr, hat nur 52 Wochen.

 

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