Stress im Sommerurlaub

Im letzten Artikel habe ich einen Rückblick auf den zähen Saisonstart geworfen, der dann aber in einen erfolgreichen Frühling gemündet hat. In diesem Artikel möchte ich kurz einen Rückblick darauf geben, was seit Juni passiert ist. Grund genug zum Schreiben hätte ich gehabt, aber eine neue Frau an meiner Seite und viele ausgebuchte Wochenenden sind der Grund, warum wieder nur ein Rückblick kommt.

Nach dem 19 Kilo-Spiegler war ich die nächsten Tage nur sporadisch unter der Woche am Wasser, jedoch ohne zählbare Ergebnisse. Es war Anfang Juni geworden und mein Sommerurlaub stand vor der Tür. Die erste Urlaubswoche gehörte vollends meiner Freundin, erst zum Wochenende hin rückte die Angelei wieder in den Vordergrund, das jährliche Nachtangeln mit meiner Jugengruppe stand an und wurde sehr erfolgreich. Ich bin normalerweise jemand der seine Zeit äußerst präzise durchtaktet, was dann auch Mal in gehörigen Stress und Hektik ausarten kann. In diesem Urlaub habe ich mich von dieser Herangehensweise verabschiedet und mir ausreichend Zeit für meine Vorbereitungen genommen. Vier Tage Katlov und eine Woche Österreich standen auf dem Programm, da musste etwas Planung her – wann welche Charge Tigernüsse einweichen und kochen, wie viel Verpflegung, wie muss ich das Auto laden, dass ich in Tschechien zuerst an die Sachen komme, die ich dort brauche usw. Mit genug Ruhe und Durchdenken alles kein Problem und so war bereits vor der Abfahrt am Mittwoch, am Dienstag Abend alles gepackt und fertig. Auf dem Weg nach Tschechien habe ich mich mit einer guten Freundin getroffen um von Mittwoch bis Sonntag am Katlov zu angeln, gebucht hatte ich Platz eins. Wir wurden herzlich empfangen und bei einem Begrüßungskaffee nahm das Drama aus Deutschland auch schon seinen Lauf. Die nächsten 24 Stunden hatten nicht mehr viel mit Urlaub gemein, da ein Vollidiot aus der Heimat für ein mittleres Drama gesorgt hatte.

Noch während des Aufbaus wurde klar, dass ich die nächsten Tage allein am Wasser sein werde, und nicht wie geplant mit meiner guten Freundin angeln werde. Die erste Nacht brachte mir bereits drei Fische, alle um die 13 Kilo. Am nächsten Morgen musste die Freundin tatsächlich heimfahren. Für mich begann die Zeit, die ich mit viel Lesen und Serienschauen, sowie fotografieren verbracht habe. Jede Nacht produzierte dabei mindestens drei Läufe, die ersten größeren Fische fanden den Weg in den Kescher.

14.8 Kilo brachte dieser Fisch auf die Waage. Meine Erfahrung aus dem Vorjahr hatte gezeigt, dass die Fische im Katlov seltsamerweise öfter Bodenköder, als sehr auffällig aufgepoppte Köder nehmen. Ich habe mich deshalb für eine unauffällige Mischung aus beidem entschieden und einen 20mm Hippo mit einem Hippo-Popup kombiniert. Diese Kombi lief bereits in den vorherigen Tagen ausgezeichnet, aber die Nächte von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag waren der Wahnsinn. Die Rute lag noch keine Stunde am Platz als der erste dreißiger des Trips fiel.

Erneut lieferte die Hippo-Kombi den Biss. Auf den Fotos wird mir immer deutlicher, dass ich keine Cradle-Abhakmatten mag. Ich persönlich bevorzuge dick gepolsterte Matten mit hohen Wänden wie zum Beispiel die MAD Fortress oder von die Oval Crib von Trakker.

Am Samstag war ich bereits etwas in Aufbruchstimmung, weil der gemeinsame Ausflug mit Max und Patrick bevorstand. Die Jungs hatten bereits das Auto beladen während ich in Tschechien langsam mit dem Zusammenräumen angefangen hab. Natürlich musste zwischendrin auch noch ein Wolkenbruch niedergehen, um alles nass zu machen. Den Fischen hat der Schauer jedoch enorm gut getan, so dass noch ein weiterer Schuppi mit 14.8 Kilo den Weg in den Kescher fand und dieser Bursche, bei dem die Wage bei 16.3 Kilo stehen blieb.

Dazwischen gab es noch diverse Fische zwischen 10 und 14 Kilo, so dass ich irgendwann schlicht und ergreifend den Überblick verloren hatte. Das Fotoshooting war meine letzte Amtshandlung vor dem Zusammenpacken und weiterfahren. Was ich am Katlov absolut schätze und für mich den besten Luxus beim Angeln darstellt ist duschen. Ohne Dusche wollte ich nicht weiter nach Österreich fahren, so dass ich die letzte Möglichkeit dieser Art für die kommende Woche noch ausgiebig genießen konnte. 150 Kilometer oder zwei Stunden Fahrt später war ich bei den Jungs am See, die bereits relativ früh eingetroffen waren. Unsere Angelplätze lagen nebeneinander, so dass wir die Woche auch gemeinsam genießen konnten. Der erste Ausflug nur mit uns dreien seit Juni 2015, ich hatte mich bereits im Vorfeld sehr darauf gefreut. Der See ist für mich zu einer Art persönlichen Angelegenheit geworden, da ich die ersten beiden Jahre dort bitteres Lehrgeld gezahlt hatte. Der Platz, den ich mir dieses Jahr ausgesucht hatte, hatte mir im August 2014 eine herbe Lektion erteilt und ich war fünf Nächte am Stück ohne Erfolg geblieben. Dieses Jahr habe ich mich grundsätzlich anders aufgestellt als damals, in der Hoffnung, dass dieses Jahr alles besser läuft. Der erste Fisch lies tatsächlich auch nur knappe drei Stunden auf sich warten, ein kleiner Beauty um die drei Kilo. Die erste Nacht brachte mir zwei Brassen, sonst nichts. Früher als sonst habe ich mich am Nachmittag dazu entschieden die Ruten neu zu legen und habe die Köder zusätzlich mit Boilieteig versehen. Manuel von Waterworld hat zu allen Sorten seit diesem Jahr auch Teige im Programm, die ich mittlerweile immer als zusätzlichen Attraktor einsetze. Kurz nach zwei legte der Delkim los und ich hatte den ersten Fisch mit zehn Kilo gelandet. Das Resultat im Vergleich zu 2014 war also bereits nach kurzer Zeit schon Mal deutlich besser. Die Rute war schnell wieder an Ort und Stelle und kurz nach der Dämmerung kam der nächste Run. 

Ein weiterer, makelloser 16 Kilo-Schuppi konnte dieses Mal den GLM in Boilieteig nicht widerstehen und ich hatte meinen Frieden mit dem Platz geschlossen. Es war brütend heiß geworden und ich habe ich am späteren Nachmittag mit dem Boot über den See treiben lassen um zu sehen, wo die Fische sich aufhalten bzw. wo ich ich Fischaktivität sehen konnte. Da das Wasser enorm trüb ist, musste ich einige Zeit suchen, konnte jedoch schon Bald zwei-drei Fische unter überhängenden Ästen ausmachen. Meine Taktik sah so aus, dass ich dort zwei Tage unter den Bäumen und vor den Bäumen füttern wollte, dabei aber wenig Futter unter die Bäume und mehr davor platzierte, um die Fische etwas aus der Deckung zu locken. Tigernüsse und C1-Boilies von Waterworld sollten es richten. Wir genossen die Tage mit Gösser Radler und Grillen, wobei wir das aber der zweiten Wochenhälfte aufgrund der enorm hohen Waldbrandgefahr eingestellt hatten. Die Abende waren unterhaltsam, jedoch bei weitem ruhiger als das, was wir hier im Vorjahr erlebt hatten. Die Nacht brachte mir einen weiteren 12 Kilo und drei große Brassen.

Die zweite Wochenhälfte übertraf dann alle meine Erwartungen… in Kürze gibt’s hier den zweiten Teil, in dem ich meinem neuen PB fangen konnte und unter anderem einen echten Beauty.

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