Geile Zeit!

Im ersten Teil habe ich dir bereits erzählt, wie meine erste Angelwoche im Urlaub gelaufen ist und wie ich Frieden mit dem See in Österreich geschlossen habe.

Es war Donnerstag geworden und kurz vor acht Uhr in der Früh klingelte mein Wecker. Nein, ich musste nicht in die Arbeit, es war ein Graser, der den Delkim dazu gebracht hatte mich jäh aus dem Schlaf zu reisen.

Der erste Graser für mich in dieser Saison, kein wirkliches Monster aber dennoch ein sehr schönes Exemplar. Solange die nicht überhand nehmen, hab ich die als Beifang immer wieder gerne.

Die Futtertaktik mit den Tigernüssen und den Boilies, an dem Platz, an dem ich die Fische gefunden hatte ging weiter. Für den Abend sollte dort die erste Rute landen, und meine Beobachtungen über den Tag bestärkten meine Eindrücke. Am Nachmittag wollte ich nicht mehr länger warten und die Langeweile versetze mich in Aktionismus. Ich platzierte die Rute mit zwei 16mm C1 und hab einige Schaufeln Tigernüsse großflächig um den Spot herum verteilt. Ich sehe immer wieder wie Angler schaufelweise auf ca. einem Meter Durchmesser Futter über dem eigentlichen Köder abladen, und muss dazu sagen, dass ich das nicht wirklich nachvollziehen kann. Ich persönlich versuche immer möglichst gleichmäßig Futter auf einem Bereich von ca. 5×5 Metern zu verteilen, so dass die Fische eine große Fläche vorfinden und dort in Ruhe Fressen können. In der Mitte dieser Stelle liegt mein Köder. Klar, wenn ich ein kleines Plateu habe, oder nur eine kleine Stelle festen Grund sieht das auch anders aus, aber in vielen Gewässern mit wenig Struktur klappt diese Taktik hervorragend. Beim Abendessen kam der Vollrun auf der Rute die ich vor den Bäumen abgelegt hatte. Ich hatte bereits einen Kescher im Boot platziert und Patrick sprang gleich auf selbiges, so dass wir den Fisch ins Freiwasser holen konnten, um jede Gefahr mit den Bäumen zu umgehen. 

Als ich diese unglaubliche Schönheit über den Kescher führen konnte war ich erst Mal baff. Ich habe in den vergangenen Jahren immer wieder Mal Spiegler mit tollen Schuppen gefangen, aber der ist bisher, zumindest in meinen Augen, der Schönste. Ich war glücklich und zufrieden, die Taktik war schon aufgegangen und fuhr die Rute erneut auf den Platz. Um zwei war es erneut soweit und ich konnte einen weiteren halbwüchsigen Schuppi dort verhaften. Wir wurden von Stechmücken heimgesucht, so dass wir auch bei 21 grad in der Nacht nur mit Pullis und Kapuze schlafen konnten, was mein Müdigkeitslevel stark in Mitleidenschaft gezogen hatte. Es wurde bereits hell, als ich erneut aus dem Bett geklingelt worden bin, dieses Mal war es aber die GLM-Rute. Langsam und Konstant zog der Fisch Schnur vor der Rolle, was mich schon vorsichtig optimistisch gestimmt hatte. Wie immer wenn sechs Ruten auf dem Steg stehen, bestieg ich das Boot um vor dem Steg kein Chaos anzurichten. Allein im Ruderboot mit der Rute dem Fisch entgegen zu rudern und dabei den Druck aufrecht zu halten ist nicht ganz einfach, funktioniert aber. Ich war eine gefühlte Ewigkeit über dem Fisch, der es dennoch geschafft hatte eine Rute von Patrick zu kreuzen, mit einigen Kunststücken die von außen eher tollpatschig ausgehen haben müssen gelang es mir aber den Fisch zu befreien und kurz darauf zu keschern. Das Wasser ist so trüb, dass ich nur kurz einen Blick auf die Maschine erhaschen konnte, die ich eben in den Kescher geführt hatte, ich war aber schon sicher, dass es ein richtig guter war. Da ich keine Abhakmatte im Boot hatte, blieb der Fisch im Kescher, den ich hinter dem Boot hergezogen habe, was die Rückfahrt deutlich länger gemacht . Am Steg angekommen musste ich den Fisch auf eben diesen heben, jedoch nicht im Kescher sondern mit dem Weighsling. Mir wurde schlagartig klar, dass der Schuppi mein neuer PB ist, das Wiegeergebnis bestätigte dies auch sogleich. 22.1 Kilo, ich war einfach nur überglücklich. 

Mein Sommerurlaub war nun endgültig perfekt. In 1,5 Wochen angeln hatte ich unzählige Fische gefangen, drei Fische über 16 Kilo, einen neuen PB und einen Beauty. In der letzten Nacht konnte ich noch weitere Fische fangen, ich war gedanklich allerdings bereits auf Heimreise eingestellt.  Zurück in Deutschland hatte mich der Alltag schnell wieder und ich frage mich nach wie vor, wo die drei Wochen so schnell hingerannt sind. Eine Woche später war ich wieder mit André an der Rinne  Dort reichte es wieder für einen sehenswerten Spiegler, wobei mir bei diesem Ansitz klar geworden ist, wie sehr ich die Raubfischangelei, besonders das Dropshot-Angeln auf Barsche fehlt. Die nächsten Wochen waren wieder ereignisreich, so dass ich wenig Zeit zum Angeln hatte. Früher oder später war jedoch auch hier klar, dass die neue Frau an meiner Seite mit zum Angeln muss, und so haben wir spontan entschieden Mitte Juli einen Ausflug an den Brombachsee mit André zu machen um dort den Räubern nachzustellen. 

Ich hatte so viel Spaß wie früher beim Barsche zuppeln, so dass ich das in diesem Sommer noch das ein oder andere Mal wiederholen muss.

 

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