Auf die Freundschaft!

Ich finde ja durchaus, dass ich das schönste Hobby der Welt habe. Angeln, viel draußen sein, Natur genießen und nicht ständig Feuerwehr- oder Krankenwagen-Sirenen. Wenn ich dann noch gute Freunde am Wasser dabei habe und mit denen zusammen eine gute Zeit genießen kann, ist das ziemlich genau meine Definition von Glück. Im heutigen Artikel möchte ich gerne auf meine letzten beiden Sessions eingehen, eine davon Ende Juli mit Keencarper Marco Volland, die andere vom vergangenen Wochenende mit dem Mann hinter Carp on Screen, Christian Schuster. Mehr zur Session mit Christian folgt in Kürze hier im Blog.

Der Reihe nach. Marco und ich haben schon viele Nächte zusammen am Wasser verbracht, das waren aber immer nur kurze über Nacht-Sessions. Für längere Ansitze fehlt bei Marco in der Regel die Zeit. Mit langer Vorplanung haben wir uns entschieden vier Nächte am See zu verbringen. Nach etwas Vorbereitung war’s am Samstagmorgen soweit, endlich auf die Autobahn und wieder Mal Kilometer fressen. Ich habe eine Nachricht von einem Kumpel erhalten, die bereits in der Nacht auf dem Weg nach Wien waren und für die ersten 100 Kilometer knapp drei Stunden im Stau standen. Ich war etwas ratlos, weil der kritische Teil genau der Autobahn war, den ich auch nehmen musste. Die Nachricht erhielt ich genau 400 Meter vor der Auffahrt auf die A3. In einer Nothaltestelle legte ich quasi auf dem letzten Meter eine Vollbremsung hin um kurz noch Mal Google Maps zu checken. Alles war frei, so dass ich ohne Probleme die Strecke unter die Räder nehmen konnte. Nach ca. 50 Kilometer habe ich Marco auf der Autobahnraststätte getroffen und von nun an gings zu zweit gen Osten. Am frühen Nachmittag waren wir am Katlov und schon kurze Zeit später kam ein heftiges Gewitter vom Himmel. Die erste Hälfte des Schauers verbrachten wir beim Administrationsgebäude wo gerade ein Event für Jungangler stattfand. Dort saß auch Jakub, mit dem wir uns einige Zeit unterhalten hatten, bis der Regen weniger wurde. Wir entschieden uns zum Angelplatz zu fahren, und aufzubauen. Wir waren noch nicht richtig angekommen, als der Himmel so richtig seine Pforten öffnete und wir 20 Minuten im strömenden Regen in den Autos warteten. Erneut wurde der Regen weniger und wir brachten als erstes die Zelte auf dem Swim. Ich hatte das erste Mal mein neues Trakker Armo MKII Bivvy dabei, dass ich noch nie vorher aufgebaut hatte. Ich dachte mir nur, ja, so viel anders als die normalen Zelte wird das auch nicht sein, ohne mir vorher eines der Aufbau-Videos anzuschauen, was eine blöde Idee war. Ich glaube noch nie vorher, hat sich jemand so doof angestellt, dieses Zelt aufzustellen. Während ich also auf klatschnassem Boden mit dem Zelt kämpfte, kam der nächste Wolkenbruch, ein herrlicher Einstieg. Am späten Nachmittag war dann irgendwann doch alles fertig und wir saßen auf unseren Stühlen und prosteten uns mit einem Bier zu. Die Ruten lagen ebenfalls, so dass dem Grillen nichts mehr im Wege stand. Kurz nach dem Abendessen lief meine Hippo-Rute zum ersten Mal. Ein ca. 12 Kilo schwerer Spiegler war es, der es sich kurz vorm Kescher überlegte doch noch Mal anders überlegte.

Nicht Mal drei Stunden bis zum ersten Lauf, das konnte heiter werden, dachte ich mir. Um kurz nach zehn lief die GLM-Rute, es war bereits dunkel geworden während wir vor den Zelten saßen. Ca. 15 Minuten nach dem Aufnehmen der Rute lag ein massiver Schuppi vor mir im Kescher, jedoch konnten weder Marco noch ich bis dato abschätzen, wie schwer der Fisch ist. Beim Anheben war klar, der geht über 15 Kilo.

18.6 Kilo bestätigte den Eindruck. Ich war gerade dabei den Fisch auf der Matte aus dem Kescher zu holen als Jakub wie aus dem nichts auftauchte. Nach einem kurzen Glückwunsch war für ihn der Abend vorbei, während ich die Rute erneut auf den Platz gefahren habe. Ab Mitte der Nacht setzte Dauerregen ein, der bis zum Nachmittag nicht aufhörte. Sobald sich die Wolken verzogen hatten, wurde es schlagartig warm, so dass ich mich nicht länger von der Schaukel, die in einer Ecke des Sees an einem großem Baum hängt fernhalten konnte. Die Kinder aus dem Dorf können sich über den See schwingen und dann abspringen, was ich schon mehrfach beobachtet hatte. Ums kurz zu machen: Ich glaube die Kinder haben da mehr Spaß als ich 😉

Während ich gerade am Abtrocknen war, entschieden sich Marco und Bobby für eine kurze Runde um den See. In der Zwischenzeit konnte ein Schuppi um die elf Kilo den beiden C1-Boilies nicht widerstehen und gerade als Marco eintraf konnte meine bessere Hälfte das erste Mal in ihrem Leben einen Fisch keschern. Für den Abend haben wir uns von den Jungs am See mit frischem Grillfleisch versorgen lassen und – man kann’s nicht anders sagen, einfach eine sehr gute Zeit am See verbracht. Die Nacht verlief enorm fischreich für mich, ich hatte stündlich Läufe auf alle meine Ruten. Ein weiterer Schuppi mit 18 Kilo + rundete die Nacht entsprechend ab.

Mit entsprechend kleinen Augen saß ich am Montag Morgen vor meinem Zelt und musste an einer Telefonkonferenz von der Arbeit aus teilnehmen. Nachdem das geschafft war, ging es um 

Fotografieren, derbe Witze und Geschichten über alte Tage im Verein, die uns mehrfach zum Schmunzeln brachten. Marco könnte sein Geld durchaus auch als Imitator verdienen.  Das Wetter wurde nur leider zusehends schlechter und schon ab Mittag setzte Dauerregen ein, der uns die nächsten 24 Stunden begleitete – was uns aber nicht vom Grillen abhalten konnte. Am Abend lief auch bei Marco der erste Fisch, was für etwas Erleichterung sorgte. Im Dauerregen der Nacht ging es bei mir Schlag auf Schlag weiter, so dass ich auch einen alten Bekannten aus dem Katlov wieder fangen konnte. Den Fisch, den ich im letzten Jahr auf den Namen „Schlucke“, frei nach Martin Semmelrogge in „Bang, Boom, Bang“, getauft hatte.

Der Dauerregen lies erst in der Nacht nach, so dass wir am Dienstagvormittag alles klatschnass abbauen mussten. Jede Rute produzierte dabei noch Fische die ich im strömenden Regen ausdrillen musste. Das Boot habe ich in dieser Nacht zwei Mal leergeschöpft. Am nächsten Morgen war bereits Abreisetag. Wieder ein mal ist die Zeit am Wasser viel zu schnell verflogen, dennoch einer der schönsten Ausflüge für mich in diesem Jahr, und ich hoffe, dass wir in den nächsten Jahren noch viele folgen lassen können.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.